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Ob Derby, Norweger oder Oxford - mit diesem Schuhtypen-ABC lernen Sie zwischen den wichtigsten Schuhmodellen für Herren zu unterscheiden.​​​​​​​

DER LOCHVERZIERTE ALLROUNDER

Brogues sind an den reichhaltigen Lochverzierungen mit der typischen Perforation erkennbar, die sich am Schaft befinden. Die heutigen Brogues sind nicht mehr mit durchgehenden Löchern versehen. Stattdessen sind die zusätzlich aufgesetzten äußeren Schaftteile mit einer Lochverzierung (Broguing) versehen. Die drei üblichen Varianten des Brogue (Half- oder Semibrogue, Fullbrogue, Longwing) kamen Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in Mode. Der Halfbrogue ist noch zum Geschäftsanzug kombinierbar. Der Fullbrogue gilt hingegen mehr als sportlicher Schuh und wird demzufolge eher mit sportlichen Kombinationen oder (insbesondere in brauner Farbe und gröberen oder rauen Oberledern) zur Freizeitkleidung getragen. Die sportliche Anmutung ist beim Longwing besonders stark ausgeprägt, weshalb dieser nicht mit Businesskleidung kombiniert wird, sondern der Freizeitkleidung vorbehalten ist.

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DER BELASTBARE SCHLICHTE

Budapester weisen eine typisch osteuropäische Lochmusterung auf. Es ist nicht überliefert, woher die Bezeichnung Budapester stammt und wer sie zum ersten Mal verwendet hat. Bekannt ist, dass dieses Schuhmodell typische Merkmale der österreichisch-ungarischen Schuhmachertradition aufweist (z. B. Lochungsmuster und Leistenform) und seit Ende des 19. Jahrhunderts in Budapest gefertigt wird. Dort wird er allerdingts "Karlsbader" genannt. Die wichtigsten Merkmale sind die relativ gerade Leistenform (Budapester Leiste) und eine hohe, breit abgerundete Spitze. Der Budapester ist ein reiner Herrenschuh. Aufgrund seiner insgesamt recht klobig wirkenden Form eignet er sich weniger für schlanke Männer, sondern ist ein Schuh, der optisch ideal und gut mit fülligen Männern von größerem Wuchs harmoniert (da auch belastbar). Die Lochverzierungen (Broguings) wie auch die Zwienaht oberhalb der Sohle geben diesem Modell eine sportliche, teils aber auch schlichte Note.

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DER MODERNE HERRENBOOT

Chelsea-Boots (auch Chelsea-Stiefel genannt) gibt es bereits seit den 1830er Jahren. Der Schuh wurde von J.S. Hall, dem Schuhmacher von Königin Viktoria erfunden. Es handelt sich um eine Stiefelette, die knapp bis über den Knöchel reicht. Typische Merkmale sind die links und rechts ins Obermaterial integrierten dehnbaren Gummibänder. In den 60er Jahren erlangte das Modell unter dem Begriff "Beatle-Boot" große Popularität. Er ist besonders in der kalten Jahreszeit eine Alternative zum Halbschuh, wird jedoch nicht bei formeller Business-Kleidung akzeptiert. Chelsea Boots gibt es jedoch in so vielen Varianten, dass man für jede Aktivität das perfekte Modell findet. Kaum ein anderer Schuh lässt sich so einfach kombinieren und passt sowohl zum schicken Office-Outfit als auch zum sportlichen Freizeit-Look.

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DER VIELSEITIGE KLASSIKER

Dieses Herrenschuhmodell ist durch eine offene Schnürung und den sogenannten Derbyschaftschnitt gekennzeichnet. Die beiden seitlichen Verschlussteile, die mit den Schnürsenkeln verbunden werden, sind vorne nicht vernäht, sondern offen. Die Zunge geht also nahtlos in die Schuhspitze über. Der Derby ist das Modell-Gegenstück zum Oxford mit geschlossener Schnürung. Er gilt als sportlich, weniger elegant und symbolisiert das am vielseitigsten einsetzbare Schuhmodell. Die Gesamtwirkung und die Möglichkeiten der Kleidungskombination hängen aber von seiner Machart, dem Sohlenmaterial, der Oberlederfarbe und eventueller Verzierung ab. Hochwertige (rahmengenähte) unverzierte Derbys sind sowohl mit Businesskleidung als auch mit Jeans zu kombinieren.

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DER WARME HALBSCHUH

Loafer wurden erstmals 1910 in Amerika hergestellt. Das bekannteste Modell, der Pennyloafer oder auch College-Schuh, erhielt seinen Namen dadurch, dass Studenten einen Penny als Glücksbringer in die Aussparung der Schaftbrücke über dem Rist steckten. Allgemein wird der Loafer auch Slipper (Deutschland), Slip-on (England) oder Schlüpfer (Österreich und Schweiz) genannt. Der Loafer ist ein leichter, biegsamer Unisex-Schuh und besitzt eine Laufsohle sowie einen Absatz. Dementsprechend sind Loafer leichte und biegsame Halbschuhe, die vorzugsweise bei warmer, trockener Witterung getragen werden. Loafers sind die herbstliche Antwort auf Boat Shoes im Sommer und eigenen sich hervorragend fürs Büro. Schwarze Loafers eignen sich eher für für geschäftliche Anlässe, wohingegen Brauntöne für die Freizeit sehr gut passen.

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DER ROBUSTE ALLTAGSKÜNSTLER

Der Norweger, auf dem Derby basierend, ist seiner Herkunft nach benannt und wurde von den Arbeitsschuhen der norwegischen Fischer entlehnt. Die ursprüngliche Konstruktionsweise des Schuhs mit unsichtbaren bestochenen Nähten stammt von den Eskimos. Typisch ist die unverwechselbare, etwas wulstige, vertikal verlaufende Naht an der Spitze des Schuhs. Norweger werden häufig aus sportlich geprägtem Leder gearbeitet und mit einer strapazierfähigen Gummi-Laufsohle versehen. Zudem kennzeichnend ist der Blatteinsatz im Vorderbereich des Schuhs, der von einer rundherum laufenden Naht gesäumt wird. Der Norweger wird tendenziell eher im Freizeitbereich getragen. Besonders geeignet ist er für Spaziergänge in Natur und Wald, denn er bietet ein sehr angenehmes Schuhklima und einen hervorragenden Tragekomfort. Es gibt allerdings auch die französische Variante mit einer Ledersohle, wo die Nähte dann dezent gehalten sind und die Herrenschuhe somit sehr anzugtauglich sind.

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DER ELEGANTE ANZUGSCHUH

Ähnlich wie der Derby, ist der Oxford ein Englischer Schuh, der nach der Stadt bzw. Grafschaft benannt wurde, in der er seinen Ursprung hat. Seit 1920 ist er in seiner heutigen Form bekannt. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Schuh erstmals dick besohlt, welches enorme Vorteile auf den Laufkomfort und die Qualität hatte. Einer der elegantesten Herrenschuhe, die zum Anzug getragen werden. Hauptmerkmal ist die geschlossene Schnürung. Die V-förmig zulaufenden Verschlussteile enden unter dem Vorderteil. Unterschieden wird zwischen dem "One Pice Oxford", also einem Schuh bei dem der gesamte Schaft aus einem Stück Leder besteht und einem "Plain Oxford", dessen Vorderteil nahtlos ist. Ein weiteres wichtiges Modell, bei dem das Vorderteil eine Quernaht besitzt, wird als "Captoe Oxford" bezeichnet. Schuhe mit einer sogenannten "geschlossenen Schnürung" erhalten dadurch eine besonders elegante Erscheinung. Gerade der Smoking ist nach wie vor der ideale Partner zum Oxford-Schuh.

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